M106
NGC 4258
Eigenschaften
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Sichtbarkeit
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Eyepiece View
M106 · 17.0′×7.2′ · N up, E left
Surface Brightness & Visibility
Morphology Decoder
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Über M106
Beschreibung
M106 (NGC 4258) ist eine grosse Spiralgalaxie im Sternbild Jagdhunde (Canes Venatici), etwa 23,7 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt. Sie wird als Seyfert-II-Galaxie klassifiziert, was bedeutet, dass ihr Kern ein aktives supermassives Schwarzes Loch beherbergt, das aktiv Materie akkretiert. Die Galaxie erstreckt sich über etwa 135.000 Lichtjahre und zeigt auf Fotos ausgeprägt sichtbare Spiralarme sowie zwei anomale Arme, die nicht mit der Scheibe übereinstimmen — es handelt sich um Jets aus superheissem Gas, die aus der Region des zentralen Schwarzen Lochs ausgestossen werden und hauptsächlich im Radio- und Röntgenbereich sichtbar sind. M106 ist in der modernen Astrophysik vor allem für ihre Wasser-Megamaser-Emission bekannt: Wassermoleküle in der Akkretionsscheibe um das zentrale Schwarze Loch verstärken Mikrowellenstrahlung und ermöglichen eine ausserordentlich präzise Entfernungsmessung. Diese Maser-Technik lieferte eine der genauesten extragalaktischen Entfernungsbestimmungen aller Zeiten und bietet einen kritischen Ankerpunkt für die Kalibrierung der kosmischen Entfernungsleiter und die Verfeinerung der Hubble-Konstante. Das zentrale Schwarze Loch hat eine geschätzte Masse von rund 39 Millionen Sonnenmassen.
Beobachtungstipps
Etwa 5 Grad südlich der Schale des Grossen Wagens gelegen, zwischen den Sternen Phecda (Gamma Ursae Majoris) und Cor Caroli (Alpha Canum Venaticorum). M106 ist mit einer Helligkeit von 8,4 mag eine der helleren Galaxien am Frühlingshimmel. Ein Fernglas zeigt einen schwachen, länglichen Schimmer. Ein 100-mm-Teleskop bei 100-facher Vergrösserung zeigt ein längliches Leuchten mit hellerem zentralem Kern. Ein 200-mm-Teleskop beginnt Andeutungen der Spiralstruktur zu zeigen, besonders die beiden Hauptarme, die sich nach Nordosten und Südwesten erstrecken. Unter ausgezeichnetem dunklem Himmel kann ein 300-mm-Teleskop oder grösser mit indirektem Sehen Fleckigkeit und Dunkelstrukturen in den Spiralarmen erkennen lassen. Am besten von März bis Juli zu beobachten.
Geschichte
Von Pierre Mechain im Juli 1781 entdeckt, aber nicht in den ursprünglichen Messier-Katalog aufgenommen. Sie wurde 1947 von Helen Sawyer Hogg auf Grundlage von Mechains Notizen, die die Entdeckung an Bernoulli beschrieben, dem Katalog hinzugefügt. 1943 identifizierte Carl Seyfert M106 als eine der ursprünglichen Seyfert-Galaxien — eine Klasse von Galaxien mit ungewöhnlich hellen, aktiven Kernen. In den 1990er Jahren entdeckten Astronomen den Wasser-Megamaser in M106s Akkretionsscheibe, und nachfolgende VLBI-Beobachtungen kartierten die Maserflecken in ausserordentlichem Detail. 1999 lieferte diese Technik eine geometrische Entfernung von 23,5 Millionen Lichtjahren mit einer Unsicherheit von nur 4%.
Wissenswertes
M106s Wasser-Megamaser ist im Wesentlichen ein natürlicher kosmischer Laser, der bei Mikrowellenfrequenzen arbeitet — Wassermoleküle, die das zentrale Schwarze Loch umkreisen, verstärken Strahlung so kraftvoll, dass sie über Millionen von Lichtjahren detektiert werden können. Die durch diesen Maser ermöglichte Präzisionsentfernungsmessung wird als 'Goldstandard' der extragalaktischen Entfernungsbestimmung bezeichnet. M106 war eine von nur sechs Galaxien, die Carl Seyfert in seiner bahnbrechenden Arbeit von 1943 zur Definition aktiver Galaxienkerne klassifizierte.