M104
NGC 4594
Eigenschaften
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Sichtbarkeit
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Eyepiece View
M104 · 8.4′×4.9′ · N up, E left
Surface Brightness & Visibility
Morphology Decoder
Rotverschiebung
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Über M104
Beschreibung
Die Sombrerogalaxie ist eine der visuell eindrucksvollsten Galaxien am Himmel, etwa 29,3 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Jungfrau, nahe der Grenze zum Raben. Ihr unverwechselbares Erscheinungsbild — ein strahlend weisser Kern, umgeben von einem breiten, dunklen Staubband, nahezu von der Kante gesehen — verleiht ihr eine bemerkenswerte Ähnlichkeit mit einem breitkrempigen mexikanischen Hut. M104 besitzt einen ungewöhnlich grossen zentralen Bulge, angetrieben von einem supermassiven Schwarzen Loch von etwa einer Milliarde Sonnenmassen — eines der massereichsten Schwarzen Löcher, die in einer nahen Galaxie gemessen wurden. Die Galaxie hat einen Durchmesser von etwa 50.000 Lichtjahren und besitzt ein umfangreiches System von fast 2.000 Kugelsternhaufen, weit mehr als die rund 150 der Milchstrasse. Das markante Staubband ist ein Ring aus Gas und Staub, der die gesamte Galaxie in ihrer Scheibenebene umgibt.
Beobachtungstipps
Etwa 11,5 Grad westlich von Spica (Alpha Virginis) und 5,5 Grad nordöstlich von Eta Corvi gelegen. Mit 8,0 mag ist M104 eine der helleren Messier-Galaxien und kann in grossen Ferngläser als kleines, längliches Leuchten erkannt werden. Ein 100-mm-Teleskop bei 100x zeigt die charakteristische Form: einen hellen, gewölbten Kern mit der Scheibe, die sich zu beiden Seiten erstreckt. Das dunkle Staubband wird in einem 150-mm-Teleskop unter guten Bedingungen als dünne, dunkle Linie sichtbar, die den südlichen Rand des Bulge durchschneidet. Ein 200-mm-Teleskop oder grösser bei 150-200x bietet einen atemberaubenden Anblick mit dem klar definierten Sombrero-Profil. Eine der lohnendsten Galaxien für visuelle Beobachter. Am besten von März bis Juni zu beobachten.
Geschichte
Am 11. Mai 1781 von Pierre Mechain entdeckt, der sie als schwachen Nebel beschrieb. Sie war nicht in Messiers ursprünglichem Katalog von 1781 enthalten, wurde aber in Messiers persönlicher annotierter Kopie gefunden und 1921 von Camille Flammarion als M104 hinzugefügt. William Herschel entdeckte sie 1784 unabhängig und war der erste, der das dunkle ‚Stratum' (Staubband) bemerkte. Vesto Slipher mass 1912 M104s grosse Rotverschiebung — einer der ersten Hinweise darauf, dass solche ‚Nebel' externe Galaxien waren, die sich mit enormen Geschwindigkeiten bewegen.
Wissenswertes
Das supermassive Schwarze Loch der Sombrerogalaxie ist etwa 250-mal massereicher als das zentrale Schwarze Loch der Milchstrasse und enthält rund eine Milliarde Sonnenmassen. Obwohl sie im Sternbild Jungfrau gelistet ist, ist M104 kein Mitglied des Virgo-Haufens — sie liegt im Vordergrund. Der Halo aus fast 2.000 Kugelsternhaufen ist aussergewöhnlich reich — die Milchstrasse hat nur etwa 150. Hubble-Aufnahmen von M104 gehören zu den beliebtesten und meistverbreiteten astronomischen Fotografien aller Zeiten.