M64
NGC 4826
Eigenschaften
Position & Bezeichnungen
Sichtbarkeit
Standort in den Benutzereinstellungen festlegen um Sichtbarkeitsdaten zu sehen.
Eyepiece View
M64 · 10.5′×5.3′ · N up, E left
Surface Brightness & Visibility
Morphology Decoder
Rotverschiebung
Durchmusterungsbild
Durchmusterungsbild wird geladen…
Über M64
Beschreibung
M64 (NGC 4826), die Schwarze-Auge-Galaxie, ist eine Spiralgalaxie im Sternbild Haar der Berenike (Coma Berenices), etwa 17 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt. Mit einer Helligkeit von 8,5 mag ist sie eine der helleren Galaxien in Messiers Katalog und erstreckt sich über etwa 10,7 mal 5,1 Bogenminuten, was einem wahren Durchmesser von rund 54.000 Lichtjahren entspricht. Ihr berühmtestes Merkmal ist ein auffälliges dunkles Staubband vor dem hellen Kern, das ihr das charakteristische Aussehen eines 'schwarzen Auges' verleiht. Dieses Staubband ist bereits in bescheidenen Teleskopen sichtbar. M64 birgt ein bemerkenswertes Geheimnis: Ihre äussere Gasscheibe rotiert in entgegengesetzter Richtung zu ihrer inneren Scheibe und den Sternen. Diese Gegenrotation erstreckt sich von etwa 3.000 bis mindestens 40.000 Lichtjahren und ist vermutlich das Ergebnis einer Verschmelzung mit einer kleineren Satellitengalaxie vor über einer Milliarde Jahren. An der Grenze, wo die beiden gegenrotierenden Bereiche aufeinandertreffen, kollidiert und verdichtet sich Gas, was aktive Sternentstehung auslöst.
Beobachtungstipps
Im Sternbild Haar der Berenike gelegen, etwa 1 Grad ostnordöstlich von 35 Comae Berenices. M64 ist relativ leicht zu finden und zu beobachten. Im Fernglas erscheint sie als heller, kompakter nebliger Fleck. Ein 100-mm-Teleskop bei 100x zeigt ein ovales Leuchten mit auffallend hellem Kern. Das berühmte dunkle Staubband wird in 150-mm-Teleskopen bei mittlerer bis hoher Vergrösserung (150x oder mehr) als dunkler Fleck nördlich des Kerns sichtbar. Ab 200 mm ist das Staubband prominent und unverkennbar. Am besten von März bis Juli zu beobachten.
Geschichte
Entdeckt von Edward Pigott am 23. März 1779. Johann Elert Bode fand sie unabhängig am 4. April 1779, und Charles Messier katalogisierte sie am 1. März 1780. Die gegenrotierende Scheibe wurde 1992 durch detaillierte spektroskopische Beobachtungen entdeckt und offenbarte die in dieser scheinbar normalen Galaxie verborgene Verschmelzungsgeschichte.
Wissenswertes
Trotz ihres ruhigen Erscheinungsbildes ist M64 im Grunde zwei Galaxien in einer — ihr innerer und äusserer Bereich rotieren in entgegengesetzte Richtungen, das Ergebnis einer uralten Galaxienkollision. Die Grenzzone, wo diese gegenrotierenden Scheiben aufeinandertreffen, erzeugt einen spektakulären Ring neugeborener Sterne.