M71
NGC 6838
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M71 · 6.9′ diameter · N up, E left
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Über M71
Beschreibung
M71 (NGC 6838) ist ein Kugelsternhaufen im Sternbild Pfeil (Sagitta), etwa 13.000 Lichtjahre von der Erde entfernt. Mit einer Helligkeit von 8,2 mag erstreckt er sich über etwa 7,2 Bogenminuten, was einem wahren Durchmesser von rund 27 Lichtjahren entspricht — einer der kleineren Kugelsternhaufen. M71 wird als Konzentrationsklasse X-XI eingestuft, extrem locker für einen Kugelsternhaufen. Sein sparsames Erscheinungsbild, die fehlende starke zentrale Konzentration und die relativ hohe Metallizität ([Fe/H] = -0,78) führten jahrzehntelang zu Debatten, ob es sich um einen sehr dichten offenen Haufen oder einen sehr lockeren Kugelsternhaufen handelt. Moderne Studien seines Farben-Helligkeits-Diagramms und seines Alters (etwa 9-10 Milliarden Jahre) haben ihn eindeutig als echten Kugelsternhaufen identifiziert, wenn auch als ungewöhnlich jungen und lockeren. M71 enthält schätzungsweise 20.000 Sterne — bescheiden nach Kugelsternhaufen-Masstäben.
Beobachtungstipps
Im kleinen Sternbild Pfeil (Sagitta) gelegen, ungefähr auf halbem Weg zwischen den Sternen Gamma und Delta Sagittae. Dies macht ihn aussergewöhnlich leicht durch Star-Hopping zu finden. Im Fernglas erscheint M71 als nebliger, leicht körniger Fleck im reichen Milchstrassenhintergrund. Ein 100-mm-Teleskop bei 80-100x zeigt ein locker konzentriertes, etwas rechteckiges Leuchten mit sich auflösenden Sternen an den Rändern. Ein 200-mm-Teleskop bei 120-150x ist reizvoll — viele Einzelsterne werden über die gesamte Haufenfläche aufgelöst. Das Fehlen einer starken zentralen Verdichtung lässt ihn eher wie einen reichen offenen Haufen aussehen. Am besten von Juli bis Oktober zu beobachten.
Geschichte
Entdeckt von Philippe Loys de Cheseaux 1745-46 und unabhängig von Johann Gottfried Köhler um 1775. Charles Messier katalogisierte ihn am 4. Oktober 1780. Über ein Jahrhundert wurde M71s wahre Natur diskutiert — ein ungewöhnlich reicher offener Haufen oder ein ungewöhnlich lockerer Kugelsternhaufen? Die Debatte wurde erst in den 1990er Jahren beigelegt, als tiefe Photometrie ein für metallreiche Kugelsternhaufen typisches Farben-Helligkeits-Diagramm zeigte.
Wissenswertes
M71 war Gegenstand einer der längsten Klassifikationsdebatten der Astronomie. Seine ungewöhnlich lockere Struktur liess ihn wie einen offenen Haufen aussehen, aber er stellte sich als echter Kugelsternhaufen heraus, der einfach nie einen dichten Kern entwickelt hat. Mit etwa 9-10 Milliarden Jahren ist er einer der jüngsten bekannten Kugelsternhaufen — die meisten sind 11-13 Milliarden Jahre alt.