M73
NGC 6994
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M73 · 3.0′ diameter · N up, E left
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Über M73
Beschreibung
M73 ist ein kleiner Asterismus aus vier nicht zusammengehörenden Sternen im Sternbild Wassermann, der als Y-förmige oder dreieckige Gruppierung mit einer Ausdehnung von etwa 2,8 Bogenminuten erscheint. Im Gegensatz zu den meisten Messier-Objekten ist M73 kein echtes Deep-Sky-Objekt — es handelt sich lediglich um eine zufällige Anordnung von vier Sternen in sehr unterschiedlichen Entfernungen von etwa 1.000 bis 2.500 Lichtjahren. Die Komponenten haben Helligkeiten von etwa 10,5 bis 12 mag. Jahrzehntelang wurde darüber debattiert, ob M73 ein echter lockerer offener Sternhaufen sei, aber moderne Eigenbewegung- und Radialgeschwindigkeitsstudien haben eindeutig gezeigt, dass die Sterne nicht zusammengehören und sich in verschiedene Richtungen durch den Raum bewegen. M73 verbleibt als historische Kuriosiät im Messier-Katalog und ist einer der am wenigsten beeindruckenden Einträge der gesamten Liste.
Beobachtungstipps
Im Wassermann gelegen, etwa 1,5 Grad östlich von M72. In einem kleinen Teleskop bei mässiger Vergrösserung (ca. 80-100x) erscheint M73 als winzige Gruppe von vier schwachen Sternen, die eine grobe Y- oder Dreiecksform bilden. Es ist leicht zu übersehen oder mit einer zufälligen Sterngruppierung zu verwechseln — was es im Grunde auch ist. Verwenden Sie mindestens ein 100-mm-Teleskop, um alle vier Komponenten deutlich zu sehen. Die Herausforderung bei M73 liegt nicht im Finden, sondern im Erkennen — nutzen Sie M72 als Ausgangspunkt oder den Stern Nu Aquarii als Wegweiser. Am besten von August bis Oktober zu beobachten, wenn der Wassermann gut am Abendhimmel positioniert ist.
Geschichte
Am 4. Oktober 1781 von Charles Messier katalogisiert, der ihn als 'Haufen von drei oder vier kleinen Sternen, der auf den ersten Blick einem Nebel ähnelt' beschrieb. Messier nahm ihn vermutlich auf, weil die enge Gruppierung schwacher Sterne bei niedriger Vergrösserung in seinem kleinen Teleskop das Erscheinungsbild eines Nebels oder Kometen nachahmte — genau die Art von Objekt, die sein Katalog den Beobachtern helfen sollte zu meiden. Die Debatte über seine Natur dauerte über zwei Jahrhunderte, bis Bassino et al. (2000) anhand von Eigenbewegungsdaten endgültig bewiesen, dass die Sterne nicht zusammengehören.
Wissenswertes
M73 gilt weithin als das uninteressanteste Objekt im Messier-Katalog und wird scherzhaft als 'Messiers Irrtum' bezeichnet. Es ist das einzige Messier-Objekt, das offiziell als bloßer Asterismus klassifiziert ist — ein zufälliges Muster nicht zusammengehörender Sterne. Trotzdem müssen Messier-Marathon-Teilnehmer es finden und beobachten, um den gesamten Katalog in einer einzigen Nacht abzuschließen.