Menu
Andrea Ghez

UCLA, via Wikimedia Commons

Andrea Ghez

b. 1965

Amerikanisch

Zeitgenössisch

Nachweis des supermassereichen Schwarzen Lochs im Zentrum der Milchstraße; Nobelpreis 2020

Biografie

Andrea Ghez

UCLA Galactic Center Group / Keck Observatory

Andrea Mia Ghez ist eine amerikanische Astronomin und Astrophysikerin, die für den Nachweis des supermassereichen Schwarzen Lochs im Zentrum unserer Milchstraße mit dem Nobelpreis für Physik 2020 ausgezeichnet wurde. Geboren 1965 in New York City, wurde sie durch die Apollo-Mondlandungen zur Astronomie inspiriert und wollte zunächst Astronautin werden. Ghez entwickelte am W. M. Keck-Observatorium auf Hawaii bahnbrechende Techniken der adaptiven Optik und Speckle-Bildgebung, die es ermöglichten, die durch die Erdatmosphäre verursachte Bildunschärfe zu überwinden. Mit diesen Techniken verfolgte sie über mehr als zwei Jahrzehnte die Bahnen von Sternen in unmittelbarer Nähe des galaktischen Zentrums mit beispielloser Präzision. Ihre Beobachtungen zeigten, dass Sterne im Zentrum der Milchstraße mit enormen Geschwindigkeiten um ein unsichtbares Objekt kreisen. Der Stern S0-2 (auch S2 genannt) umrundet dieses Objekt in nur 16 Jahren mit Geschwindigkeiten von bis zu 7.650 Kilometern pro Sekunde. Aus den Sternbahnen konnte Ghez berechnen, dass das zentrale Objekt — Sagittarius A* — etwa vier Millionen Sonnenmassen in einem Gebiet konzentriert, das kleiner als unser Sonnensystem ist. Die einzige physikalische Erklärung: ein supermassereiches Schwarzes Loch. Ghez erhielt den Nobelpreis für Physik 2020 gemeinsam mit Reinhard Genzel (der unabhängig am gleichen Problem arbeitete) und Roger Penrose. Sie ist erst die vierte Frau, die den Nobelpreis für Physik erhalten hat.

Wichtige Entdeckungen

Lieferte den überzeugendsten Nachweis für das supermassereiche Schwarze Loch Sagittarius A* im Zentrum der Milchstraße. Nobelpreis für Physik (2020) gemeinsam mit Reinhard Genzel und Roger Penrose. Verfolgte Sternbahnen im galaktischen Zentrum über mehr als 20 Jahre. Entwickelte bahnbrechende Techniken der adaptiven Optik für die Astronomie. Vierte Frau, die den Nobelpreis für Physik erhielt.