Photo (1967), via Wikimedia Commons
Fred Hoyle
1915 – 2001
Britisch
20. Jahrhundert
Stellare Nukleosynthese; prägte den Begriff "Urknall"
Biografie
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Sir Fred Hoyle war ein britischer Astrophysiker, dessen wissenschaftliche Brillanz ebenso legendär war wie seine Streitlust. Geboren 1915 in Gilstead, Yorkshire, wurde er zu einem der einflussreichsten — und kontroversesten — Astronomen des 20. Jahrhunderts.
Hoyles bedeutendster wissenschaftlicher Beitrag war seine Theorie der stellaren Nukleosynthese — der Nachweis, dass die chemischen Elemente, die schwerer als Wasserstoff und Helium sind, im Inneren von Sternen durch Kernfusion erzeugt werden. Diese Arbeit kulminierte in der berühmten B²FH-Arbeit von 1957 (verfasst mit Margaret und Geoffrey Burbidge sowie William Fowler), die als eine der wichtigsten Publikationen der Astrophysik gilt. Hoyle sagte insbesondere einen angeregten Zustand des Kohlenstoff-12-Kerns voraus (das "Hoyle-Niveau"), der für die Kohlenstoffproduktion in Sternen notwendig ist — eine Vorhersage, die experimentell bestätigt wurde.
Ironischerweise prägte Hoyle 1949 in einer BBC-Radiosendung den Begriff "Big Bang" (Urknall) für die Theorie des expandierenden Universums — als spöttische Bezeichnung, denn er selbst lehnte diese Theorie zeitlebens ab und bevorzugte sein Steady-State-Modell eines ewigen, unveränderlichen Universums. Der Name blieb jedoch haften.
Kontrovers war auch, dass der Nobelpreis für Physik 1983 für stellare Nukleosynthese an William Fowler ging, aber nicht an Hoyle — eine Entscheidung, die in der wissenschaftlichen Gemeinschaft weithin als ungerecht empfunden wurde.
Wichtige Entdeckungen
Entwickelte die Theorie der stellaren Nukleosynthese — Elemente entstehen im Inneren von Sternen.
Sagte das Hoyle-Niveau des Kohlenstoff-12-Kerns voraus, das für die Kohlenstoffproduktion in Sternen entscheidend ist.
Ko-Autor der B²FH-Arbeit (1957), einem Meilenstein der Astrophysik.
Prägte den Begriff "Big Bang" (Urknall) — ironischerweise als Spottbezeichnung.
Entwickelte das Steady-State-Modell des Universums als Alternative zur Urknalltheorie.