Photo (1964), via Wikimedia Commons
Gerard Kuiper
1905 – 1973
Niederländisch-Amerikanisch
20. Jahrhundert
Kuipergürtel; Erforschung planetarer Atmosphären
Biografie
Wikimedia Commons, public domain
Gerard Peter Kuiper war ein niederländisch-amerikanischer Astronom, der als Vater der modernen Planetenwissenschaft gilt. Geboren 1905 in Harenkarspel in den Niederlanden, studierte er an der Universität Leiden bei Ejnar Hertzsprung und wanderte 1933 in die USA aus, wo er an der Yerkes-Sternwarte und später an der University of Arizona arbeitete.
Kuiper leistete bahnbrechende Beiträge zur Erforschung des Sonnensystems. Er entdeckte die Atmosphäre des Saturnmondes Titan (1944) — damals die einzige bekannte Mondatmosphäre — und die Kohlendioxid-Atmosphäre des Mars. Er entdeckte den Uranusmond Miranda (1948) und den Neptunmond Nereid (1949). Mithilfe der Infrarotspektroskopie bestimmte er die Zusammensetzung planetarer Atmosphären und Oberflächen.
1951 stellte Kuiper die Hypothese auf, dass jenseits der Neptunbahn ein Gürtel aus eisigen Kleinkörpern existiert — Überbleibsel der Planetenentstehung. Dieser "Kuipergürtel" wurde 1992 durch die Entdeckung des ersten Kuipergürtel-Objekts (1992 QB1) bestätigt und enthält nach heutigem Wissen Hunderttausende von Objekten, darunter Pluto und andere Zwergplaneten.
Kuiper spielte eine wichtige Rolle bei der Auswahl der Landestellen für die Apollo-Mondmissionen und war an der Planung mehrerer NASA-Planetenmissionen beteiligt. Das Kuiper Airborne Observatory der NASA und der Kuipergürtel tragen seinen Namen.
Wichtige Entdeckungen
Stellte die Hypothese des Kuipergürtels jenseits der Neptunbahn auf (1951).
Entdeckte die Atmosphäre des Saturnmondes Titan (1944).
Entdeckte den Uranusmond Miranda und den Neptunmond Nereid.
Pionier der Infrarotspektroskopie zur Erforschung planetarer Atmosphären.
Beteiligt an der Auswahl der Landestellen für die Apollo-Mondmissionen.