Engraving from "Opere", public domain
Giordano Bruno
1548 – 1600
Italienisch
Renaissance
Verfocht die Idee eines unendlichen Universums mit zahlreichen Welten
Biografie
Monument at Campo de' Fiori, Rome, via Wikimedia Commons
Giordano Bruno war ein italienischer Dominikanermönch, Philosoph und Kosmologe, dessen visionäre Ideen über die Natur des Universums seiner Zeit weit voraus waren — und ihn das Leben kosteten. Geboren 1548 in Nola bei Neapel, trat er jung in den Dominikanerorden ein, geriet aber bald durch seine unorthodoxen Ansichten in Konflikt mit der Kirche.
Bruno ging weit über das heliozentrische Modell des Kopernikus hinaus. Er vertrat die revolutionäre Idee, dass das Universum unendlich sei und die Sterne ferne Sonnen, von denen viele eigene Planeten besäßen, auf denen Leben existieren könne. Damit stellte er die einzigartige Stellung der Erde und der Sonne im Kosmos radikal in Frage. Diese Vorstellungen von einem "unendlichen Universum mit vielen Welten" nahmen moderne kosmologische Konzepte wie Exoplaneten und die Unendlichkeit des Universums um Jahrhunderte vorweg.
Nach Jahren des Wanderlebens durch Europa — Genf, Paris, London, Wittenberg, Prag, Frankfurt — kehrte Bruno 1592 nach Italien zurück, wo er von der Inquisition verhaftet wurde. Nach einem achtjährigen Prozess weigerte er sich, seine kosmologischen und theologischen Thesen zu widerrufen, und wurde am 17. Februar 1600 auf dem Campo de' Fiori in Rom als Ketzer auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
Heute gilt Bruno als Märtyrer der freien Gedanken und der Wissenschaft. Auf dem Campo de' Fiori in Rom steht seit 1889 eine Bronzestatue zu seinem Gedenken. Der Mondkrater Giordano Bruno trägt seinen Namen.
Wichtige Entdeckungen
Vertrat als Erster die Idee eines unendlichen Universums ohne Mittelpunkt.
Postulierte, dass Sterne ferne Sonnen mit eigenen Planetensystemen sind.
Nahm die Existenz von Exoplaneten und die Möglichkeit außerirdischen Lebens vorweg.
Erweiterte das kopernikanische Modell radikal über ein heliozentrisches Sonnensystem hinaus.
Wurde zum Symbol für intellektuelle Freiheit und den Mut wissenschaftlicher Überzeugung.