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Karl Jansky

Bell Telephone Laboratories, public domain

Karl Jansky

1905 – 1950

Amerikanisch

20. Jahrhundert

Begründer der Radioastronomie

Biografie

Karl Jansky

NRAO/AUI, via Wikimedia Commons

Karl Guthe Jansky war ein amerikanischer Physiker und Radioingenieur, der zufällig eine völlig neue Art der Astronomie begründete. Geboren 1905 in Norman, Oklahoma, als Sohn tschechischer Einwanderer, studierte er Physik an der University of Wisconsin und trat 1928 in die Bell Telephone Laboratories ein. Bei Bell wurde Jansky beauftragt, die Quellen von Funkstörungen zu untersuchen, die die transatlantische Kurzwellenkommunikation beeinträchtigten. Er baute eine drehbare Richtantenne — von Kollegen scherzhaft "Janskys Karussell" genannt — die bei einer Wellenlänge von 14,6 Metern arbeitete. Jansky identifizierte drei Störquellen: nahes Gewitter, fernes Gewitter und ein schwaches, stetiges Zischen unbekannter Herkunft. Das mysteriöse Zischen erschien jeden Tag etwa vier Minuten früher — exakt die Zeit, um die sich ein Sterntag vom Sonnentag unterscheidet. Dies verriet, dass die Quelle nicht auf der Erde oder Sonne lag, sondern am Fixsternhimmel. Jansky veröffentlichte 1933 seine Entdeckung: Die Radiostrahlung stammte aus dem Zentrum der Milchstraße, aus Richtung des Sternbilds Schütze. Obwohl seine Entdeckung in der Presse Aufsehen erregte, war die astronomische Gemeinschaft zunächst desinteressiert. Nur der Amateurastronom Grote Reber baute darauf auf und konstruierte 1937 das erste Radioteleskop. Jansky selbst konnte seine astronomische Arbeit bei Bell nicht fortsetzen und starb 1950 mit nur 44 Jahren. Die Einheit der Radioflussdichte, das "Jansky" (Jy), ehrt sein Andenken.

Wichtige Entdeckungen

Entdeckte kosmische Radiostrahlung aus dem Zentrum der Milchstraße (1933). Begründete damit die Radioastronomie als neuen Zweig der Astronomie. Baute die erste Antenne, die außerirdische Radiosignale empfing. Zeigte, dass astronomische Objekte in Radiowellenlängen beobachtet werden können. Die Einheit der Radioflussdichte "Jansky" (Jy) ist nach ihm benannt.