Über NGC 1316
Beschreibung
NGC 1316, auch als Fornax A bekannt, ist eine eigenwillige linsenförmige Galaxie im Chemischen Ofen in etwa 62 Millionen Lichtjahren Entfernung — das hellste Mitglied des Fornax-Galaxienhaufens. Sie ist eine der stärksten Radioquellen am Südhimmel, mit einem Paar gewaltiger Radio-Lobes, das sich fast ein Grad weit erstreckt und von einem aktiven supermassiven Schwarzen Loch angetrieben wird. Der optische Körper zeigt komplexe Schalen, Wellen und Staubbänder — klare Hinweise darauf, dass NGC 1316 das Überbleibsel einer jüngeren großen Verschmelzung ist, vermutlich zwischen zwei gasreichen Scheibengalaxien vor einigen Milliarden Jahren. Mit Magnitude 8,9 ist sie eine der hellsten Galaxien des Südhimmels.
Beobachtungstipps
Ein einfaches Ziel von südlichen Standorten. Ein 100-mm-Teleskop bei mittlerer Vergrößerung zeigt einen hellen runden Schimmer mit auffälligem Kern; ein 200-mm enthüllt einen ausgedehnten elliptischen Halo mit Andeutungen der chaotischen Substruktur. Ab 300 mm unter gutem Himmel treten Staubflecken nahe dem Zentrum hervor. Die kleinere, schwächere NGC 1317 sitzt nur sechs Bogenminuten nördlich — eine attraktive Begleiterin im selben Gesichtsfeld. NGC 1316 steht bei Deklination -37°, in mittlerer Höhe aus Südeuropa und dem Süden der USA. Beste Beobachtung Oktober bis Februar.
Geschichte
Am 2. September 1826 von James Dunlop in Parramatta entdeckt. Als starke Radioquelle in den späten 1940er Jahren von John Bolton und Kollegen an der Dover-Heights-Außenstation in Sydney identifiziert — eine der ersten Radioquellen, die mit einer optischen Galaxie identifiziert wurde, was die Verbindung zwischen aktiven Galaxienkernen und Radioemission etablierte. Moderne HST-Aufnahmen haben ihre Verschmelzungstrümmer in Detailtreue aufgelöst.
Wissenswertes
NGC 1316 hat seit 1980 vier beobachtete Typ-Ia-Supernovae beherbergt — SN 1980N, 1981D, 2006dd und 2006mr — und gehört damit zu den produktivsten Typ-Ia-Wirten und ist ein ungewöhnlich reicher Anker für die kosmologische Entfernungsskala. Ihr Verschmelzungsursprung und ihr altes Sternalter machen sie zu einem wichtigen Testfall für die Frage, ob große Verschmelzungen Elliptische produzieren oder verjüngte Linsenförmige.
Beobachten
1Eigenschaften
Position & Bezeichnungen
2Wie leicht zu erkennen?
| Teleskop | Bortle 3 | Bortle 4 | Bortle 5 |
|---|---|---|---|
| 80 mm Refraktor 80mm Refr. | Leicht | Leicht | Mittel+ |
| 150 mm Newton 150mm Newt. | Leicht | Leicht | Leicht |
| Celestron C8 (203 mm SCT) C8 203mm | Leicht | Leicht | Leicht |
Bortle 3 = ländlich · 4 = Stadtrand · 5 = Vorstadt
3Sichtbarkeit
Standort in den Benutzereinstellungen festlegen um Sichtbarkeitsdaten zu sehen.
4
Okularansicht
NGC 1316 · 13.5′×7.7′ · N oben, O links
5
Beste Vergrößerung
Erkunden
6
Flächenhelligkeit
7
Morphologie-Decoder
8
Neigung & wahre Form
9
Rotverschiebung
10
Größenvergleich
Entdecken
11
Lichtlaufzeit-Zeitmaschine
12
Relativistische Reise
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Sichtbarkeitswerte gelten für ein 150-mm-Newton bei Bortle 4.
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