Al Anz — Doppelstern in Fuhrmann
HIP 23416; Epsilon Aurigae; 7 Aurigae
Über Al Anz
Beschreibung
Al Anz (auch als Almaaz bekannt), Epsilon Aurigae, ist einer der rätselhaftesten Sterne am Himmel – ein gelblich-weißer F0 Ia-Überriese in einer Bedeckungsveränderlichen-Konstellation mit einem riesigen, in Staub gehüllten Begleiter. Alle 27,1 Jahre sinkt die Helligkeit des Systems um rund eine Größenklasse über fast zwei Jahre, während die enorme Staubscheibe des Begleiters vor dem Überriesen vorbeiwandert. Der Hauptstern steht etwa 2.000 Lichtjahre entfernt, leuchtet intrinsisch mit rund 37.000 Sonnenleuchtkräften und hat einen Radius von vielleicht dem 175-fachen der Sonne.
Beobachtungstipps
Epsilon Aurigae ist ein Stern für das bloße Auge direkt südlich von Capella und bildet eines der „Böcklein" im Pentagon des Fuhrmanns. Normalerweise mit 3,0 mag, fällt er während der Bedeckungen auf 3,8 mag ab – die letzte Finsternis lief von August 2009 bis Mai 2011, die nächste beginnt um 2036. Jedes kleine Teleskop zeigt seine warme cremefarbene Tönung. Ein hervorragendes Veränderlichen-Projekt: Der Vergleich mit nahen Eta Aur und Zeta Aur rund um Finsterniszeiten offenbart Helligkeitsänderungen, die mit bloßem Auge verfolgt werden können.
Geschichte
Al Anz oder „al-'Anz" (die Ziege) stammt aus der arabischen Tradition, die diesen Stern zusammen mit den benachbarten Zeta Aur und Eta Aur als die „Böcklein" der Ziege Capella gruppierte. Die Langzeitveränderlichkeit wurde 1821 von Pastor Johann Heinrich Fritsch entdeckt, doch die Bedeckungsnatur wurde erst nach Hans Ludendorffs ausführlicher Monographie von 1904 deutlich. Die Natur der Begleiterscheibe blieb über ein Jahrhundert lang ungeklärt.
Wissenswertes
Epsilon Aurigaes Finsternisse werden von einer dichten Scheibe undurchsichtigen Staubes um einen verborgenen einfachen oder doppelten B-Stern verursacht, wobei die Scheibe nahezu genau von der Kante zu uns ausgerichtet ist. Die Finsternis dauert fast zwei Jahre – die längste jedes bekannten Bedeckungsveränderlichen. Während des Ereignisses 2009-2011 mobilisierte das Citizen-Sky-Projekt weltweit Tausende Amateurbeobachter und erzeugte die vollständigste Lichtkurve einer Epsilon-Aurigae-Finsternis aller Zeiten.
Beobachten
1Physikalische Eigenschaften
2Position & Bezeichnungen
3Wie leicht zu trennen?
| Teleskop | Bortle 3 | Bortle 4 | Bortle 5 |
|---|---|---|---|
| 80 mm Refraktor 80mm Refr. | Mittel+ | Mittel+ | Mittel |
| 150 mm Newton 150mm Newt. | Leicht | Leicht | Leicht |
| Celestron C8 (203 mm SCT) C8 203mm | Leicht | Leicht | Leicht |
Bortle 3 = ländlich · 4 = Stadtrand · 5 = Vorstadt
4Sichtbarkeit
Standort in den Benutzereinstellungen festlegen um Sichtbarkeitsdaten zu sehen.
5Lichtkurve
6Mehrfachsternsystem Sextuple C,E,F: optisch
Distanz im Zeitverlauf
Praktisch unveränderlich über menschliche Zeitskalen — Ihre Enkel sehen dasselbe Bild.
Gemessen aus dem WDS-Beobachtungsarchiv. Es liegt keine Bahnlösung vor — meist, weil die Umlaufzeit zu lang ist, um aus dem vorhandenen Messbogen eine Bahn abzuleiten.
Okularansicht
A: 3.0 · B: 9.6 · Sep: 207.3″ · PA: 48° · N oben, O links
Aufgelöst · Rayleigh: 2.3″ · Dawes: 1.9″ · Eff: 2.3″
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