Sterne werden in gewaltigen Gas- und Staubwolken geboren, den sogenannten Nebeln. Diese Wolken bestehen überwiegend aus Wasserstoff — dem einfachsten und häufigsten Element im Universum — vermischt mit Helium und Spuren schwererer Elemente, die frühere Sterngenerationen hinterlassen haben.
Ein Nebel kann Millionen von Jahren ruhig vor sich hin driften. Dann stört ihn etwas: eine Schockwelle einer nahen Supernova, eine Kollision mit einer anderen Wolke oder die Gezeitenwirkung eines vorbeiziehenden Sterns. Gasnester beginnen, unter ihrer eigenen Schwerkraft zu kollabieren. Während das Material nach innen fällt, heizt es sich auf und rotiert zu einer abgeflachten Scheibe. Im Zentrum steigen Druck und Temperatur unaufhörlich.
Dieser kollabierende Kern wird Protostern genannt. Er leuchtet im infraroten Licht — warm, aber noch kein echter Stern. Das Protostern-Stadium kann für eine massereiche Wolke etwa 100 000 Jahre dauern, für eine kleine bis zu einigen zehn Millionen Jahren.
Wenn die Kerntemperatur etwa 10 Millionen Kelvin erreicht, beginnt die Fusion von Wasserstoffkernen. Ein Stern ist geboren.
Heute Nacht eine Sternenwiege sehen
Der Orionnebel (M42) ist die nächstgelegene große Sternentstehungsregion, mit bloßem Auge als verschwommener Fleck im Schwert des Orion sichtbar. Durch ein Teleskop sieht man das Trapez — vier neugeborene Sterne, deren heftige Ultraviolettstrahlung das umgebende Gas zum Leuchten bringt.